Aktuelle Situation
Innert den letzten Jahren hat sich das Land unglaublich verändert. Auf der Fahrt von Harare nach Kwekwe, wo Pater Gabriel Imstepf wirkt, sah ich nur ergangenes und ödes Land und dies alles auf der Ladefläche eines kleinen Picup sitzend, zwischen Petrol und Nuggets. Früher gab es hier blühende Maisfarmen, die durch moderne breite Berieselungsanlagen bewässert wurden, große Tabakplantagen und Rinderfarmen. Von den ehemaligen 3000 Farmen, gibt es heute etwa noch 500.
Präsident Mugabe hat in seiner Wahlpropaganda für die Rückgewinnung des Farmlandes propagiert. Das es aber ein Know-how und Kapital der Banken braucht, um erfolgreich zu produzieren, war ihm, so scheint es, unbekannt.
Es ist der schwarzen Bevölkerung sicher nicht zu verargen, daß sie im heutigen Zeitpunkt noch keine Farm leiten kann, denn dieses Volk war bekanntlich über mehr als 500 Jahre lang "Befehlsempfänger". Die verschiedenen Politiker hatten die Angebote der Farmer, eine schrittweise und kontrollierbare Reform umzusetzen, stets abgelehnt und bekämpft.
Das Gesundheitswesen ist für die schwarze Bevölkerung nicht funktionsfähig. Zwar ist die medizinische Versorgung in Zimbabwe unentgeltlich, aber es fehlt an geeigneten Medikamenten und Indikationen.
Die Krankenhäuser sind überfüllt, Aidskranke werden aus dem Spital gejagt und zur Betreuung und Versorgung an ihre Familien zurückgeschickt.
Niemand spricht von AIDS, alle sterben an Tuberkulose!
Durch die ungenügende und schlechte Ernährung sind die infizierten Menschen gesundheitlich so geschwächt, daß sie innerhalb von Wochen in Massen sterben. Da die Teilnahme an der Beerdigung eines Familienmitgliedes obligatorisch ist, und alles Brüder sind, kommen viele arbeitende Menschen kaum mehr an den Arbeitsplatz.
Eine Krankenschwester, die bei einer Hilfsorganisation angestellt ist, nahm letztes Jahr an 170 Beerdigungen teil!!
Die Nahrungsmittelversorgung ist total zusammengebrochen. Die importierten Hilfsgüter werden von der Regierung beschlagnahmt und unter die 3 Millionen ZANU-PF-Parteimitglieder verteilt. In den Supermärkten gibt es kein Mehl, keinen Zucker und oft auch keine Milch zu kaufen. Mili-Mili, die Nationalspeise der Menschen, sieht man jetzt zwar wieder, aber zu einem schwindelerregenden Preis. Die niedrigen Löhne, bei weitem nicht alle arbeitenden Menschen verdienen pro Monat Fr. 20.--, reicht nicht einmal aus, um die Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel zu bestreiten.
|